| Bevor
sie sich trafen, hatten Gordon Graham und Ben Townsend
von LUCKY JIM bereits zu genüge Bekanntschaft mit
den Niederungen der Musikindustrie gemacht: Ihre jeweiligen
Bands „The Lost Soul Band“ und „Don“
waren gut, aber latent erfolglos.
Verschobene Albumveröffentlichungstermine, endlose
Tourneen und das Warten auf den Durchbruch, der sich
einfach nicht einstellen wollte, hatten alle Beteiligten
zermürbt.
Nachdem
sich beide Bands aufgelöst hatten, schworen sich
der aus Edinburgh stammende Gordon und Ben aus dem südenglischen
Brighton, der Mainstream-Industrie für immer den
Rücken zu kehren: Gordon ging mit seiner akustischen
Gitarre auf Reisen und landete zeitweise in der Open-Mic-Szene
von East Village in New York City.
Ben beschloss, ganz mit der Musik aufzuhören und
wieder Snowboard zu fahren. Ein Sport, den er intensiv
betrieben hatte, bevor er Profimusiker wurde. Im letzten
Moment aber entschied er sich um und belegte einen zufällig
frei gewordenen Platz in einem Musikproduktionstechnik-Kurs
in seinem Heimatort Brighton.
Gordon
hatte Brighton als erste Station nach seiner Rückkehr
aus den Staaten ausgewählt und sich kurzerhand
einen Auftritt im legendären, mittlerweile allerdings
geschlossenen „Lift Club“ organisiert. Als
sein Schlagzeuger ausfiel, empfahl man ihm Ben als Ersatz.
Dieser hatte zwar seit zwei Jahren kein Schlagzeug
mehr angerührt, willigte aber sofort ein. Die Chemie
zwischen Gordon und Ben stimmte und die beiden vereinbarten,
zusammen einige Songs aufzunehmen. Es dauerte nur wenige
Monate, bis das Album „Our Troubles End Tonight“
fertig war.
Im
Mai 2003 veröffentlichten Lucky Jim ihr Debütalbum
„Our Troubles End Tonight” auf Red Records
- innerhalb kürzester Zeit war die Erstauflage
von 1.500 Stück vergriffen. Bald schon waren die
beiden die angesagtesten Band der Stadt und füllten
die größten Hallen.
Nun unterschrieb die Gruppe einen Plattenvertrag bei
Skint Records, der Heimat von Bands und Künstlern
wie Fatboy Slim, Lo-Fidelity Allstars und Dave Clarke,
doch LUCKY JIM lassen sich in keinster Weise unter dem
Genre-Begriff "Dance" subsummieren.
LUCKY JIM wollen auf den ersten Blick nicht so recht
dahin passen - aber geht es nicht in erster Linie um
qualitativ hochwertige Musik?
Jetzt
im Mai 2004 kommt der 10-Track-Longplayer in runderneuerter
Version in die Läden. Die beiden LUCKY JIM Gordon
Graham und Ben Townsend standen hierzu Rede und Antwort.
1.) Warum sind im CD-Booklet die Texte der
Songs nicht abgedruckt?
Gordon: Viele meiner Lieblingsalben haben keine extra
Textbeilage. Diese Tradition wollte ich beibehalten.
Außerdem versuche ich sehr klar zu singen, die
Stimme steht deutlich im Vordergrund. Deshalb braucht
es keine gedruckten Texte, es sei denn man spricht kein
Englisch. Aber wer sucht, findet meine Texte im Internet.
Ich finde, es verdirbt den Eindruck eines Albums, wenn
man die Texte hört und gleichzeitig liest. Sie
nach dem Hören zu lesen, ist eine andere Sache,
aber während man hört, sollte die Musik für
sich selbst sprechen.
2.) Für diejenigen, die der englischen
Sprache nicht mächtig sind: wovon handeln Deine
Texte?
Gordon: Es geht im Wesentlichen um mich und mein Leben.
Wobei ich selten aus der Gegenwart, sondern meist aus
der Vergangenheit berichte. Es ist leichter, einen objektiven
Standpunkt einzunehmen, wenn etwas Zeit verstrichen
ist. Dann lässt sich eine Idee oder Erinnerung
besser zusammenfassen.
3.)
Zentrales Thema der meisten Songs des Albums ist Liebe,
oft mit Schmerz verbunden. Gordon, bist Du ein Romantiker?
Gordon: Oh ja, das bin ich, wenn auch nicht im traditionellen
Sinne, dass ich Blumen kaufe und so. Ich vergesse das
meist, wie so viele andere Menschen auch. Wahrscheinlich
sollte ich es öfter tun. Aber ich denke, dass Liebe
eines jener starken Gefühle ist, über die
ich berufen bin, zu sprechen.
So wie im Grunde jeder dazu berufen ist, denn jeder
hat Liebe in ihren Extremen erlebt, mit gebrochenen
Herzen und Glücksgefühlen. Mich interessiert
die Komplexität der Liebe, z.B. wie es ist, in
die falsche Person verliebt zu sein. Ich denke, wir
sind beide Romantiker in dem Sinne, dass wir ein romantisches
Album machen wollten. Vielleicht sogar romantisch im
traditionellen Sinne, mit dieser verwehten romantischen
Stimmung eines [Lord] Byron oder [Percy B.] Shelley.
4.) So romantisch, wie jenes Foto im Booklet,
das Euch mit Gitarren im Arm verträumt in einer
Weide am Ufer eines Schwanensees zeigt?
Ben
und Gordon: Oh Weh, dieses Foto. (Lachen).
Ben: Das sollte eine tolle Idee sein. (Lacht) Ein befreundeter
Fotograph steckt dahinter. Er meinte, es wäre ein
wunderbares Motiv.
5.) Wie kamt Ihr als Lucky Jim zusammen?
Ben: Wir haben uns vor zweieinhalb Jahren kennen gelernt.
Damals hatte sich meine alte Band gerade aufgelöst
und ich besuchte einen Studiengang zum Thema Produktion,
als mich ein Freund, der wusste, dass ich Schlagzeug
spiele, fragte, ob ich für ein Konzert in seiner
Band einspringen könne. Ich war mir nicht sicher,
denn ich hatte eine Weile nicht gespielt, aber meine
Freundin riet mir, es doch zu tun, weil ich doch so
gerne spiele.
Also tat ich es. Gordon war zu dieser Zeit gerade mit
seiner Gitarre für ein paar Solo-Auftritte in Brighton.
Ich traf ihn erstmals im “The Lift”, einem
berüchtigten Club in Brighton, der heute nicht
mehr existiert. Ich hörte ihn und war begeistert.
Wir unterhielten uns, und ich sagte, dass ich gerne
eine Platte mit ihm produzieren wolle. Wie es der Zufall
wollte, war er sofort begeistert, denn er plante sowieso,
nach Brighton zu ziehen. Sechs Wochen später zog
er um, und wir begannen sofort mit der Arbeit. Wir haben
uns eigentlich erst während der Arbeit richtig
kennen gelernt, so schnell ging alles.
6.) Wie würdet Ihr das Verhältnis
zwischen Euch beschreiben?
Ben:
Wir hatten Glück. Als wir mit der Arbeit am Album
begannen, kannten wir einander kaum. Als es fertig war,
kannten wir uns. (Lacht) Es ist dieses Unbekannte, man
weiß nie. Wir beide sind positiv denkende Menschen.
Wir mochten uns und waren uns sicher, es zu schaffen.
Und wir hatten Lust, gemeinsam ein Album zu machen.
Wir trafen uns und wussten nichts voneinander. Ich denke,
das war ein großer Vorteil, weil wir auf diese
Weise ganz unbefangen an die Arbeit gehen konnten, ohne
auf die Vergangenheit des anderen Rücksicht nehmen
zu müssen.
Keine Vorgeschichte, keine vorgegebenen Pfade, wir
waren frei und hatten quasi eine weiße Leinwand
vor uns. Erst in der Mitte des Albums, beim Song “Lesbia”
glaube ich, merkten wir, wir sind auf dem richtigen
Weg, das hier wird gut, das hier klingt so, wie wir
uns das vorgestellt haben. Am Ende wurde es das Album,
das wir wollten. Wir hatten viel Glück.
7.) Durch Eure Songs schimmern Elemente der
Musik von Leonard Cohen, Bob Dylan und Van Morrison.
Sind das Eure musikalischen Inspirationen?
Gordon:
Für mich auf jeden Fall. Cohen, Dylan, Van Marrison
sind für mich Schlüsselfiguren, quasi das
Singer-/ Songwriter Fundament. Der erste Songwriter
allerdings, der mich, als ich jünger war, stark
geprägt hat, war Lou Reed. Wegen seiner direkten
und klaren Sprache. Was er sagte, war so offensichtlich.
Ich war fasziniert, wie jemand der so offensichtlich
intelligent ist, Dinge so einfach ausdrückt, Dinge,
die sonst lächerlich oder aufgeblasen wirken.
Das sind gewissermaßen meine traditionellen Einflüsse.
In Hinzu kommen weitere melodische und klangliche Einflüsse.
Ich denke, wir hatten beide sehr unterschiedliche Geschmäcker,
im Sinne völlig verschiedener Plattensammlungen
aber eine ähnliche Vorstellung von unserem Lieblingssound.
Frag Ben, aber ich glaube, ein Produzent hört oder
mag Musik aus ganz anderen Motiven, vielleicht Musik,
an die ich gar nicht denken würde. Deshalb hat
Ben in meiner Musik Elemente gehört, die ich nicht
wahrnehme, aber wenn er sie heraus arbeitet, bin ich
froh, dass sie da sind.
8.) Ben, wie war Dein erster Eindruck, als
Du Gordon zum ersten Mal gehört hast?
Ben: Als ich Gordon zum ersten Mal singen hörte,
war mir seine Musik sofort vertraut. Dabei kannte ich
den Burschen nicht einmal. Ich hatte das Album quasi
fertig vor Augen, nur vom Hören seiner großartigen
romantischen Songs. Gordon hat ein Händchen für
einfache Melodien, zu denen man, ohne viel Zutun, sofort
Zugang findet. Ich mag solche einfachen, eingängigen
Melodien. So etwas will ich hören. Musik, die dich
nicht zu sehr fordert, aber auf großartigem Songwriting
basiert, wie beispielsweise Bread, die Beach Boys oder
Scott Walker. Musik, die ganz unverhohlen auf einen
üppigen Klang zielt, ohne dabei zu überfordern.
Etwas, das auch im Hintergrund laufen kann und trotzdem
angenehm und schön klingt.
9.)
Welche Idee von Sound lag Deiner Arbeit als Produzent
für Lucky Jim zu Grunde, Ben?
Ben: Das war in gewisser Hinsicht eine weitere große
Unbekannte. Man hat immer eine ideale Aufnahme im Kopf.
Ich denke, ich habe mich mit dem Album diesem Ideal
genähert. Ich mag ausdrucksstarkes, tiefgehendes
Songwriting, wenngleich ich ihm gerne eine leichte Note
gebe, damit es nicht zu schwer wird. In Gordons Songs
höre ich diesen Optimismus und die Hoffnung. Das
führt uns wieder zur Romantik, aber ich denke,
das ist einfach fantastisch. Genau mein Ding! Seine
Songs brauchten nicht einmal eine Politur, sie klangen
von Anfang an so. Ich hoffe, dass ich das gut eingefangen
habe.
10.) Das Label Skint, bei dem ”Our Troubles
End Tonight” erscheint, steht eigentlich für
Big Beats und Dance. Wie kamt Ihr zu Skint?
Ben: Die waren völlig begeistert von dem Album,
obwohl sie ein Dance-Label sind. Wir sind dort die einzige
Band im traditionellen Sinne, mit Songs. Sie traten
an uns heran und waren mit jedem Treffen mehr von unserer
Musik begeistert. Das Album war bereits auf einem kleinen
Independent-Label veröffentlicht und mit etwa tausend
Kopien an eine Handvoll Läden verteilt worden.
Es verkaufte sich gut. Also bot man uns an, es noch
besser zu vermarkten. Zugleich ließ man uns volle
Freiheit, immerhin waren wir sehr selbstgenügsam,
wollten einfach Platten machen, hatten eine großartige
Bande zusammengestellt, durften spielen. Sie waren froh
und ließen uns genau das tun. Irgendwie waren
die ganz versessen darauf, mit uns zu arbeiten, immerhin
war es auch für sie eine neue Erfahrung. Das erschien
uns als Vorteil, weil sie dann auch richtig viel Energie
in diese Sache stecken würden. Wir sind froh, diese
Chance genutzt zu haben und darüber wie es läuft.
Es ist großartig.
11.) Ist die Neuauflage des Albums identisch
mit der ursprünglichen Independent-Ausgabe?
Ben: Jetzt ist mehr Geld da, also haben wir den Klang
überarbeitet. Aber ansonsten ist es dieselbe Platte.
Genau darum ging es. Die Jungs von Skint sagten: wir
wollen dieses Album, wir wollen es fördern und
uns richtig dahinter klemmen. Das hier ist also quasi
die frisierte Version.
12.) Warum heißt das Album “Our
Troubles End Tonight”?
Gordon: Der Titel ist eine Art Versprechen, ganz klar.
Den Song habe ich vor vier, fünf Jahren in Glasgow
geschrieben, zu einer Zeit, als ich kein Geld, keine
Zukunft hatte und alles sehr trostlos war. Es geht darum,
dass ich mein Schicksal ändern wollte. “Unsere
Sorgen enden heute Nacht”. Nicht mehr Abend für
Abend, Morgen für Morgen denken: oh Gott. Kurz
bevor ich nach Brighton kam, spürte ich bereits
eine Veränderung, ich spürte, dass die Energie
nicht mehr abwärts sondern wieder aufwärts
ging. Etwas hatte sich verändert. Der Song fasste
genau diesen Moment zusammen. Ich mochte dieses Bild:
ein Junge und ein Mädchen, die sich lieben, aber
die Umstände sprechen gegen ihr Liebe. Und sie
beschließen: unsere Sorgen enden heute Nacht,
lass uns die Dinge ändern. Es ist wie eine Beteuerung,
ein Versprechen. Früher hatte ich oft etwas Zynisches,
Pessimistisches in meinen Texten. Diesmal wollte ich
etwas positiver sein.
13.) Ist dieser Hang zur Schwermut ein typisch
schottischer Wesenszug?
Gordon: Ja, das ist wie mit den Eigenschaften, die
man mit dem Planet Saturn verbindet: schwer, dunkel,
dieselben bitteren Erfahrungen, die man lange, lange
immer wieder macht, bis man erlöst wird aus diesem
Gefängnis. (Lacht) Schottland ist ein recht dunkler
Ort. Das Wort “Scotia” bedeutet “die
Dunkle”. Alles hat so eine schizophrene Note,
besonders Edingburgh, eine schöne Stadt aber eben
auch mit dieser typisch tiefen und melancholischen Art.
Man verbringt viel Zeit in Pubs und Bars. Es gibt bestimmt
noch andere Orte auf der Welt, die ähnlich melancholisch
wie Schottland sind. Brighton dagegen ist so sonnig.
Als ich Ben kennen lernte, sagte er, dass er surft.
Ich hatte bis dahin noch nie jemanden getroffen, der
surft. Es schien einfach bizarr, da lebt man auf derselben
Insel, aber weiß nicht, was Surfen ist. Man ist
nie in der Sonne, sondern immer in Pubs und führt
tiefsinnige Gespräche.
14.) War der Umzug von Edinburg nach Brighton
ein Kulturschock für Dich, Gordon?
Gordon: Völlig! Manchmal ist der Schock größer,
wenn es ein nahe gelegener Ort ist. Ehrlich gesagt,
als ich von Edinburgh die fünfzig Meilen nach Glasgow
umzog, war das schon ein großer Kulturschock.
Schottland ist so unterschiedlich. Der Umzug nach Brighton
war natürlich noch schwerer, weil ich dort überhaupt
nichts Familiäres mehr vorfand. In Edinburgh sind
alle Häuser braun und grau. In Brighton sind sie
rosa, gelb, blau und weiß, die Sonne scheint und
alle lächeln immer. Das ist eine völlig andere
Welt.
15.) Wie habt Ihr Eure Tour-Band zusammengestellt?
Gordon: Das Album haben Ben und ich aufgenommen. Aber
wir brauchten eine Band. Es dauerte ewig, bis wir die
richtigen Leute zusammen hatten. Wir zweifelten schon
an uns, ob wir vielleicht unterbewusst gar keine Band
haben wollten. Es war viel schwieriger, ein paar Musiker
zu finden, als wir uns das vorgestellt hatten. Ben fand
die Jungs schließlich über alle möglichen
Kontakte. Einige von ihnen hatten bereits ein paar Erfahrungen.
Der Keyboarder hat bei Chunking gespielt, der Bassist
hatte noch nichts gemacht, er ist der jüngste in
der Band. Live wirken die Songs viel lebendiger und
haben mehr Rock ‚n’ Roll. Das Album ist
eine Momentaufnahme, viele Stücke wurden nur einmal
aufgenommen. Live näheren wir uns dem Album nur
an, da ist immer etwas Unvorhersehbares und Spontanes
dabei und man entdeckt neue Elemente der Songs. Die
Band ist großartig, aber eben mehr ein Rock ‚n’
Roll Ding.
Ben: Wir hatten uns das bewusst vorgenommen. Als das
Album fertig war, waren wir sehr zufrieden damit, es
war die Platte geworden, die wir hören wollten.
Und als es um die Live-Umsetzung ging, hatten wir ebenfalls
dieselbe Vorstellung: wir spielen sehr gerne und wollten
lieber eine Rock ‚n’ Roll Band, als das
Album einfach nur nachzuspielen. Also haben wir versucht,
das Beste aus beidem zu machen. Nur weil das die Platte
ist, die uns vorschwebte, bedeutet das nicht, dass wir
sie auch genauso live spielen. Wir wollte die Herausforderung
und Beweglichkeit einer Band, die Spielfreude vermittelt.
Diese Entscheidung fiel schon frühzeitig und es
hat funktioniert, auch wenn es, wie Gordon schon sagte,
eine Qual war, diese Band zusammen zu stellen. Wir hatten
das lange vor uns her geschoben. Letztendlich haben
wir sie aus den besten Musikern Brightons zusammengestellt.
Da sie noch nicht so lange zusammen spielen, ist es
immer wieder aufregend, die Songs zu spielen, selbst
wenn sie schon anderthalb Jahre alt sind.
16.) Eine spannende Konstellation: zwei Musiker,
die sich erst seit kurzem kennen, mit einer frisch zusammengestellten
Band und ganz neuem Songmaterial…
Gordon: Ja, das ist das Gute, denn dadurch bleibt die
Sache frisch. Außerdem läuft es wirklich
gut. Sony Germany hat das Album ins Programm genommen,
wir waren mit dem Album noch nicht so oft unterwegs,
als dass es uns bereits nerven würde. Alles ist
großartig und ich freue mich darauf, mit dem Album
on Tour zu gehen und daran zu arbeiten, dass die Band
noch besser wird.
17.) Ist ein Singer/ Songwriter Album wie
”Our Trouble Ends Tonight”, dass nicht auf
schnellen Chartserfolg zielt, nicht ein Risiko angesichts
der gegenwärtigen Krise der Musikindustrie?
Ben: Wir sind nicht mit dem Ziel gestartet, einen großen
Plattenvertrag zu bekommen. Wir wollten einfach nur
großartige Platten machen. Wir waren mit diesem
Album zufrieden und wollten einfach vier, fünf
weitere machen. Aber bevor wir uns versahen, verselbstständigte
sich die Angelegenheit und fing an, für uns zu
arbeiten. Dadurch wurden plötzlich andere Dinge
wichtig. Aber im Grunde wollen wir weiterhin einfach
gute Musik machen. Die Tatsache, dass es erst einen
kleinen und dann einen immer größeren Vertrag
gab, ließ uns keine Zeit darüber nachzudenken,
was da in der Musikbranche passiert. Jetzt stehen wir
plötzlich hier, mit diesem Album, und die Reaktionen
darauf werden besser und besser. Wir sehen der Verwirklichung
so weit wie möglich entgegen.
18.) Kommt Euch Euer Erfolg manchmal wie ein
Traum vor?
Gordon: Kürzlich mal, ja, als ich heute ins Hotel
kam, mich in dem Zimmer umsah, die Möbel usw. und
dachte, verdammt, das ist hübsch hier. Vielleicht
erinnere ich mich dann, wenn ich nach hause komme und
meiner Freundin davon erzähle. Ich wusste vorher
nicht, wie sich das alles entwickelt und was mich erwartet,
aber das hier ist definitiv vielversprechend.
19.) Weshalb habt Ihr Euch ”Lucky Jim”
genannt?
Gordon: ”Lucky Jim” ist ein Ausdruck, den
wir die ganze Zeit über verwendet haben, weil alles
so gut übereinstimmte zwischen uns, angefangen
vom ersten Treffen über die vielen Ereignisse.
Jedes Mal wenn irgendwas zur rechten Zeit passierte,
sagte ich oh, Lucky Jim. Irgendwie blieb dieser Name
hängen.
Ben: Das zog sich durch die Arbeit am Album und hat
alles enorm erleichtert. Fast ohne Mühe haben wir
jede Hürde auf diesem Weg genommen. Manche Dinge
sind uns quasi vor die Füße gefallen, manchmal
fast schon unglaublich, so viel Glück hatten wir.
Klopf auf Holz, damit das Glück bleibt.
Lucky Jim
Gordon Graham (Text/, Musik) & Ben Townsend (Produzent)
LUCKY JIM live: (präsentiert von Rolling Stone
& SPEX)
7. Juni München, Atomic Cafe
8. Juni Köln, Studio 672
9. Juni Frankfurt, Cookys
> Noch ein Interview mit Lucky Jim |