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Woven HandDas es sich bei der Musik von Woven Hand nicht einfach nur um einen mal so nebenbei konsumierbaren Unterhaltungsartikel handelt, verdeutlichen ja schon die großartigen Veröffentlichungen, die den Zuhörer in andere emotionale, wenn nicht sogar spirituelle Sphären befördern.

Etwas, das gut in das Konzept von Woven Hand passt, begleiten wir doch zumeist Mastermind David Eugene Edwards bei seiner eigenen Sinnsuche und leiden, lieben und verzweifeln mit ihm.

Sind diese auf Tonträger gebannten Reisen bereits eine erhabene Erfahrung, wohnt der persönlichen Audienz von Edwards und seinen Mitstreitern ein ungleich mächtigerer Zauber inne.

Schon vor Beginn des Liveerlebnisses ist es spannend zu beobachten, aus welchen Personen sich die zuhörende Gemeinde von Woven Hand zusammensetzt.

Während man bei anderen Konzerten den interessierten Personenkreis in seinem Dresscode und der Optik zumeist recht eindeutig zuordnen kann, finden sich hier alle möglichen Lager vertreten. Punk neben Dandy, Metalhead neben Ottonormalbürger, bei Woven Hand nichts ungewöhnliches.

Woven HandDies verdeutlicht vielmehr die Tiefe ihrer Musik, die jede Szenezugehörigkeit aufbricht und Individuen aus jeglichen Lagern fesselt und fasziniert.

Diese Konzentration auf den Inhalt, auf die Essenz soll sich dann auch beim Auftritt von Woven Hand fortsetzen.

Fast beiläufig betreten die Protagonisten des Abends die Bühne und David Eugene Edwards nimmt in der Mitte auf einem klapprigen Drehstuhl platz, der das Zentrum, den magischen Zirkel der nächsten Zeit bilden wird.

Ein kurzes „Hallo!“ muss zur Begrüßung genügen. Nein, Edwards ist nicht die Sorte Entertainer, die einen engen Kontakt zum Publikum pflegen. Das bedeutet allerdings nicht, dass er nichts zu sagen hätte.

Vielmehr lässt er die Musik und die Lyrics für sich sprechen, die für sich schon spektakulär genug sind und keiner weiteren Ablenkung bedürfen.

Woven HandEingetaucht in dezentes Licht, entfachen Woven Hand umgehend ein Feuer, dass noch lange an diesem Abend lodern soll.

Wenngleich auch die übrigen Musiker nicht mit Ausdruckstärke geizen, ist es doch der bereits nach wenigen Minuten schweißgetränkte Edwards, der zumeist die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Diesen Mann umgibt eine Aura, die nur schwer in Worte zu fassen ist.

Eingetaucht in seine eigene Welt, nimmt er uns mit in einen Klangkosmos, der einen sofort aufsaugt und Teil des Ganzen werden lässt.

Während es manchmal so ruhig ist, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, brechen auf der anderen Seite Soundwände heraus, die sowohl Band als auch Publikum auf eine andere Sinnesstufe befördern.

Dabei werden die Songs größtenteils völlig anders interpretiert als sie von Tonträgern bekannt sind. Eine Tatsache, die den Reiz einer Woven Hand Live-Show noch einmal steigert.

Woven HandWährend man selber noch ganz benommen vor der Bühne steht und versucht das soeben Gesehene zu verarbeiten, haben sich die Hauptdarsteller auch schon wieder ähnlich unprätentiös wie bei ihrem Erscheinen verabschiedet.

Ein kurzes „God bless you!“ aus dem Munde des Meisters schickt einen wieder in die Realität mit der Gewissheit gerade Zeuge eines großen Ereignisses geworden zu sein.

Text und Bilder: Jens Kasper

 
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